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(Ent-)scheidung

Da ist diese Angst, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben. Angst, mich mit Selbstvorwürfen zu überhäufen, wenn es wieder passiert. Die Angst vor der Leere, der Langeweile, der Einsamkeit, der verpassten Chance. Die Angst vor Anstrengungen, denen ich nicht standhalten könnte. Vor Resignation und Passivität. Ich fühle Zweifel an meinem Selbstvertrauen. Angst vor Scham, die mich dann daran hindert, Dinge zu tun, die mich wieder mit Vertrauen anreichern würden. Da ist Unsicherheit, eine große Portion Angst – wie sie jeder spürt, wenn er vor einer Reise steht, die andere nicht gutheißen.

So geht es mir, wenn ich Entscheidungen treffen muss. Ich scheide von anderen Möglichkeiten. Ich scheide von Menschen. Ich bringe Mut auf, um weiterzugehen. Ich weiß nicht, was mich erwartet.

Bild: http://www.kontaktvoll.de

 

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Dating

Da ist es wieder. Plötzlich klopft es vage an meine Tür. Ein hohles trockenes Geräusch. Erst kaum wahrnehmbar und dann ist es mit einem Schlag laut da und füllt meinen ganzen Kopf aus, als gäbe es nichts anderes mehr wahrzunehmen als diese eine Nuance aus meinem Leben – das Minderwertigkeitsgefühl.

Seit einiger Zeit bin ich Teilnehmer einer Dating-Platform. Ich habe Fotos erstellt, einen Text geschrieben, die Profile der männlichen Teilnehmer durchforscht und dann gewartet. Über den vergangenen Zeitraum habe ich mich tapfer mit dem einen oder anderen getroffen; jedoch kam ich in meinem Inneren immer an einen komplizierten, kritischen, für mich schwer begreifbaren Punkt. Was war charakteristisch für diesen Punkt? Ein Gefühl der Minderwertigkeit.

Auch in diesen Tagen hoffte ich einen Freund fürs Wochenende zu finden. Nette Gespräche, schöne Anblicke, Tanzen, Heiterkeit, Sex oder einfach nur verstanden werden. Doch ich gab die Suche auf. Denn ich konnte mir beim Besten Willen nicht vorstellen, dass mich jemand in all meiner Gesamtheit nehmen würde. Es ging da nicht ums Aussehen. Ich weiß mich immerhin gut anzuziehen und meine Haare so zu frisieren, dass einem meine Makel nicht sofort ins Auge fallen; aber was, wenn ich anfangen muss von mir zu erzählen? Was ist wenn die Menschen herausfinden, dass ich noch keine Ausbildung oder Studium angefangen habe mit meinen fast 26 Jahren. Was wenn ich ihnen erzählen muss, dass ich vor einem Jahr in einer psychosomatischen Klinik war und Selbsthilfegruppen besuche. Was ist, wenn ich sagen muss, dass keiner meiner Beziehungsversuche länger als ein halbes Jahr gedauert hat. Was ist, wenn ich sagen muss, dass ich kein normaler Teenager/ junger Erwachsener bin oder war und zwischen 16 und 22 zerstörerische Selbsthass-Tiraden in meinem Kopf verfasst habe. Wer würde eine Frau mögen, die mal eine Essstörung hatte und deren Kontrollwahn sich irgendwann auf einen sehr spartanischen Lebensstil verlagert hat, sodass ich jahrelang mit genussvollen Erfahrungen gegeizt habe (Ich war seit über sechs Jahren nicht mehr im Urlaub). Wer würde einen so fehlerbehafteten Menschen wie mich annehmen wollen?

Vanessa

Bild: https://bessergesundleben.de

 

light comes through

Sanfter oder härter?

Der Name dieses Blogs lautet „a softer world“. Ich habe den Titel nicht grundlos gewählt, sondern mich mit der Absicht für ihn entschieden, aufmerksamer für die gewählte Härte in meinem Leben zu werden. Oft haben Menschen die Worte „streng“, „hohe Ansprüche“, „hart“ mit meinem Charakter in Zusammenhang gebracht. Nicht zuletzt habe ich seit einigen Jahren mit Haarausfall zu kämpfen. Nun habe ich mich endlich mit den psychologischen Ursachen von Haarausfall auseinandergesetzt. Nach längeren Recherchen sind mir Sätze wie: wenig Raum für Fehler im Leben, hart zu sich selber, Ablehnungs-Trauma, Versagensängste, Gefühl von Wertlosigkeit (für andere Menschen) im Gedächtnis geblieben.

Irgendwo schnappte ich eine sehr besondere Methode auf. Diese Methode besteht aus der einfachen Frage: Ist das, wofür ich mich entscheide, härter oder sanfter? Wähle immer den sanfteren Weg. Ist es für mich sanft oder hart zu denken, ich sei ein Trottel? Ist es für mich sanft oder hart, etwas zu tun, wogegen ich mich eigentlich mit aller Kraft sträube? Bei jeder Entscheidung können wir uns dieser Frage stellen. Diese Frage kann für Menschen, die starke emotionale Schmerzen haben sehr wertvoll sein. Wir können so mitbekommen, wann wir Schmerz durch Härte gegen uns selbst oder gegen die Welt an uns binden. So stellen wir fest, dass es sanftere Wege gibt, die wir gehen können und die uns glücklicher machen werden!

light comes through

Verlassen der Komfortzone – Selbstvertrauen

Sich einzugestehen, dass man wenig Selbstvertrauen hat, ist hartes Brot. Ich habe das jetzt gemacht, weil alle Tatsachen offensichtlich auf dem Tisch lagen. Am stärksten habe ich es gemerkt, wenn ich Entscheidungen mit etwas weitläufigeren Konsequenzen treffen musste. Immer wieder habe ich die proirisierte Option angezweifelt und mit anderen verglichen. Schließlich habe ich so viele Menschen wie nur möglich alle Optionen vorgestellt und habe mich durch deren Meinungen verUNSICHERn lassen. Nächte lag ich wach und machte mir Vowürfe, weil ich mich nicht entscheiden konnte. Es kam immer wieder so. Über Jahre und die Zeiten, in denen ich nicht quälerisch zwischen verschiedenen Möglichkeiten hin-und-herpendelte wurden seltener. Meine Lebensfreude hat zum Schluss so stark drunter gelitten, dass ich im April 2016 für sechs Wochen in einer psychosomatischen Klinik gegangen bin und anschließend in ambulante Therapie. Dennoch auch ein dreiviertel Jahr später nach dem Aufenthalt sucht mich dieses alte Muster heim und stellt mich JA! – vor die Wahl!

Zum Entscheiden braucht man Mut, weil jede Entscheidung Verzicht bedeutet.“

Ich bin jetzte 25 und hatte mein ganzes Leben mit stark beeinträchtigenden und weniger stark beeinträchtigenden Ängsten zu tun. Sowie mit lebensverneinenden Glaubenssätzen über mich selber oder über das Leben. Depressionen haben sich im Äußeren bloß immer wieder manifestiert, um mich auf diese unbewussten Verstrickungen und Glaubenssätze aufmerksam zu machen. Eine Depression sagt mir: Da ist irgendwas, was du dir nicht zugestehst, etwas, dass du nicht darfst, WEIL …. ich dann z.B. ein schöneres Leben haben werde als meine Mutter, weil ich mehr Spaß, mehr Freude, mehr Schönheit, mehr Sex, mehr Freunde, mehr Liebe, mehr Freiheit, mehr Erfahrungen usw. in mein Leben einladen würde. Nein, meine Aufgabe ist es, meine Tage mit Schokolade vor dem Fernseher/ PC zu verbringen, denn mein Leben DARF nicht freudvoller als das ihre sein. Und ich muss ängstlich bleiben wie mein Vater; nie viel Verantwortung übernehmen, denn dieser werde ich nicht gewachsen sein. Nein, ich darf meine Weiblichkeit und Sexualität nicht ausdrücken, denn meine Mutter hält sowas für eitel und selbstverliebt. Aber genau das möchte ich jetzt sein! Selbst-VERLIEBT. Ich muss verbittern und neidisch sein auf die Welt draußen um mich herum, denn das was die machen, ergibt doch eh keinen Sinn und ist Zeitverschwendung; denn meiner Mutter erging es so. Ich darf mich nicht selber ausdrücken oder ein künstlerisches Handwerk erlernen, zwar ist es schön, dass die Tochter so begabt ist, aber naja besser wir unterstützen das nicht so, denn so etwas endet für sie in Armut.

An alle Ängstler: Ich rufe hiermit zu einer Selbstreflexion auf: Wann habt ihr mal Mut in eurem Leben bewiesen? Wann könnt ihr euch keinen Vorwurf machen und von euch sagen, aye aye, hier habe ich auf mich vertraut? Oder wobei wisst ihr, dass ihr auf euch selber zählen/vertrauen könnt?

  • Ich hatte Selbstvertrauen als ich mir mit 17 selbstständig eine Theatergruppe gesucht habe, wobei meine Mutter mir ein paar Monate vorher gesagt hat, dass es gar nicht in die Tüte kommt, auf eine Schauspielschule zu gehen.
  • Als ich zweimal Männer angesprochen habe, die ich toll fand
  • als ich Aktfotos gemacht habe
  • als ich mit 22 doch noch angefangen habe Gesangsunterricht zu nehmen
  • als ich mich an einem FKK-Strand an einem wunderschönen See, an dem ich zufällig vorbeikam, ausgezogen habe, weil ich unbedingt baden wollte. Ich habe dadurch viele Menschen kennengelernt, die regelmäßig an diesen See kamen.
  • Ich habe keine Angst mehr vor weißen Blättern oder Leinwänden. Ich kann sie sowohl mit Farben als auch mit Schrift sehr schnell füllen 😉
  • Wenn irgendwo Musik läuft, kann ich ohne Probleme lostanzen, ohne die Angst, von anderen beurteilt zu werden. In der Regel mögen die Leute wie ich tanze 😉
  • als ich anfing mit den großen Hunden aus dem Tierheim Gassi zu gehen, obwohl ich mich nicht mit Hunden auskannte
  • als ich 2012 alleine nach HongKong gereist bin
  • als ich mir vor ein paar Monaten ein E-Piano zulegte

Bis hierher reicht es für heute erstmal. Morgen geht es weiter 😉

Adios.

PS: Ich habe das Löwenbild ausgewählt, weil der Löwe für mich viel Würde und Stolz verkörpert bzw. ausdrückt. Ein Löwe lebt in  meiner Vorstellung mit sich im Reinen, vertritt seine Interessen und kämpft um sein größtes Wohlergehen. Ein Löwe würde niemals auf die Idee kommen, sich seine eigene Mähne auszureißen oder zu glauben, dass die Gazelle in seinem Jagdrevier nicht für ihn bestimmt sei oder dass er ja sowieso nicht schnell genug sei, um sie zu fangen.

light comes through

Lebensträume

  • einen neuen Job anfangen
  • ein Smartphone mit einer vernünftigen Aufnahmefunktion
  • ein Löwenbild malen
  • besser kochen lernen
  • Sängerin sein
  • eine kleine Griechenland-Reise
  • Medizin studieren
  • Tanzunterricht nehmen (z.B. 5-Rythm-Dance)
  • frei tanzen zu Enigma in einem großen Raum
  • den Führerschein machen
  • eine Yoga/ (Meditation)-Lehrer-Ausbildung
  • eine eigene Wohnung
  • eine liebevolle und authentische Beziehung mit einem Partner, der zu mir passt